Geschichte

Am 23. April des Jahres 305, in der Zeit der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian, wird in Kappadozien ein junger Soldat gefoltert und hingerichtet, weil er den heidnischen Götzendienst verweigerte und eine entsprecheden Anordnung des Kaisers als falsch kritisierte. Der für seinen christlichen Glauben einstehende Märtyrer hießt Georg. Sein Ruhm verbreitet sich über die ganze Welt. Schon wenige Jahre später wird er vom Volk als Heiliger verehrt.

Leben Georgs

Georg wird im 3. Jahrhundert in Kappadozien (heute in der Türkei) als Sohn einer angesehenen Familie geboren, er ist Soldat des römischen Heeres unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian (Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, von 284 bis 305 römischer Kaiser), der die Christen verfolgt. Als Georg sich w6eigert, dem Gott Apollon zu opfern und die Überlegenheit der christlichen Religion verkündet, wird er verhaftet. Er wird grausam gefoltert und am 23. April 305 enthauptet, vermutlich in Lydda (heute Lod, in Palästina, so von Papst Gelasius I. 494 vermerkt, aber auch von arabischen Chronisten überliefert). Der Kopf des Heiligen soll sich auf der Insel Reichenau im Bodensee befinden, 896 soll ihn Bischof Hatto von Mainz dort hingebracht haben.

Legende des heiligen Georg

Der heilige Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339-397) erzählt die Legende des hl. Georgs so: Georg musste erleben, dass viele Bekehrte durch die Verfolgungen unter den Kaisern Diokletian und Maximian wieder vom Glauben abfielen. Er legte daraufhin sein ritterliches Kleid ab, gab sein Gut den Armen und trat mitten unter das Volk mit den Worten: Alle Heidengötter sind böse Geister, unser Herr aber hat Himmel und Erde erschaffen.“ Da ließ ihn der Richter Dacian greifen, mit Nägeln blutig reißen und ihm Salz in die Wunden reiben. Im Gefängnis erschien Christus und tröstete Georg und stärkte ihn. Ein Zauberer sollte ihn mit einem Giftbecher bezwingen, aber Georg machte das Kreuzzeichen über dem Trank und erlitt keinen Schaden; darauf hin bekehrte sich der Zauberer und wurde enthauptet. Georg wurde aufs Rad geflochten, stieg aber unversehrt herab; auch aus einem Kessel mit siedendem Blei ging er unverletzt hervor. Zu Georgs Hinrichtung wurde das Volk zusammengerufen. Georg kniete nieder und betete, Feuer fiel vom Himmel und verbrannte Tempel, Götzenbilder und heidnische Priester, die Erde aber tat sich auf und verschlang alles. Da ließ der Richter Georg von Pferden durch die Stadt schleifen und schließlich enthaupten. Vor seinem eigenen Tod richtet Georg eine Bitte an Gott: Gott möge jeden erhören, der ihn, Georg, anruft bei Hagel, Aussatz, Taubheit, Stummheit, Blindheit, Verdorrung, Lähmung und schlechtem Geruch. Gott sichert ihm zu, dass er jeden, der in Nöten Georg anrufe, aus aller Not befreien und am Tage des Gerichts seiner Sünden nicht gedenken werde. 1969 ließ Papst Paul VI. bei der Überarbeitung des Heiligenkalenders St. Georg aus dem offiziellen Martyrologium streichen.

Georg der Drachentöter

Georgs Verehrung breitete sich durch Pilgerfahrer seit 500 rasch aus. Die größte Verehrung setzte ab 1000 ein, als er zum Schutzpatron der Kreuzfahrer und Ritter wurde. Ab dem 12.Jahrhundert taucht im Georgsmartyrium die Schilderung des Drachenkampfes auf. Der heilige Georg der Drachentöter tritt als siegreicher Kämpfer in den Vordergrund der Verehrung, er soll im Kampf gegen den Unglauben helfen; als Defensor Mariae ist die St.-Georg-Verehrung Ausdruck ritterlicher Marienminne. Die Legende vom Drachenkampf wird wie folgt überliefert: Die Stadt Silena in Libya wurde von einem Drachen tyrannisiert, der in einem See vor der Stadt hauste und die Luft mit seinem Atem verpestete. Besänftigt wurde das Ungeheuer, in dem man ihm täglich zwei Schafe opferte. Als es keine Schafe mehr gab, forderte der Drachen Menschenopfer. Eines Tages traf das Los die Königstochter Margarete (diese wird als Verkörperung der christlichen Kirche interpretiert). Georg versprach, die Stadt von der Bestie zu befreien, wenn sich die Einwohner Silenas hernach von ihm taufen lassen würden. Dies wurde ihm gelobt, so dass er dem Drachen in voller Rüstung entgegen ritt und ihn mit seiner Lanze schwer verwundete. Gemeinsam mit der Prinzessin zog er das halbtote Tier in die Stadt, worauf sich 15.000 Bürgerinnen und Bürger taufen ließen. Georg tötete darauf hin den Drachen endgültig, der schließlich von sechs Ochsen hinausgeschleift und im nahe gelegenen See versenkt wurde. Der heilige Georg wird in der Kunst als Ritter mit und ohne Pferd dargestellt; in den bekanntesten Darstellungen bohrt er seine Lanze in den Körper des Drachen.